Nyhuis: Darüber freut sich ganz Lage
300-seitige Dorfchronik und historische Karte der Herrlichkeit öffentlich
vorgestellt
„Es ist endlich geschafft“ – diese fast erlösende Botschaft
konnte der Dorf-, Burg- und Mühlenverein Lage am Freitagabend im
Dorfgemeinschaftshaus Lage verkünden. Nach fünfjähriger Arbeit
stellte der Verein eine mehr als 300-seitige Dorfchronik der Öffentlichkeit
vor.
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Lage. „Lage – Geschichte und Geschichten“, so heißt das optisch
ansprechend gestaltete Buch, dass Vorstandsmitglied Swier Knief endlich
in den Händen halten konnte. Schon lange habe man sich eine Dorfchronik
von Lage gewünscht, berichtete er rückblickend. Trotz der hohen Kosten
und des enormen Arbeitsaufwands habe man sich nicht abschrecken lassen
und im Oktober 2003 mit den Vorarbeiten begonnen.
Eine umfangreiche Recherchearbeit war für die sechsköpfige
Arbeitsgruppe nötig. In zirka 150 Gruppentreffen sichteten sie
Dokumente und Bilder aus dem Huisarchief des Schlosses Twickel und dem
Staatsarchiv Osnabrück, sahen Kirchenratsprotokolle und -bücher aus
Uelsen und Lage ein und prüften viele private Unterlagen und Literatur.
Da zahlreiche Quellen in Niederländisch waren, mussten Übersetzungen
angefertigt werden. Alle relevanten Unterlagen wurden systematisch
geordnet und gescannt.
Insgesamt sei es eine mühselige Arbeit gewesen, resümierte Knief, und
so „haben wir manchmal gedacht, wären wir lieber gar nicht erst
angefangen“. Aber es habe sich gelohnt, meinte er, denn jetzt verfüge
Lage nicht nur über ein sehens- und lesenswerte Chronik, sondern auch
über ein digitales Archiv, das auf dem Computer der Grundschule
gespeichert worden. Das Archiv für sich habe schon einen unschätzbaren
Wert.
Eine Taufe des Buchs, eine „Doop van hat boek“, nahm die Leiterin
des Huisarchief Twickel in Delden, Aafke Brunt, vor. Sie würdigte die
Arbeit des Autorenteam: „Hier wird die Geschichte de Ortes Lage
einerseits im Spannungsfeld der Weltgeschichte und andererseits mit
liebenswerten kleinen Dorfgeschichten umfassend erzählt.“
Co-Autor Dirk Lammersma berichtete, dass bei der Recherchearbeit die
Karte des „Dominium Lagense“ der Landvermesser Arnold Wilhelm Sander
und Johann Schrader aus dem Jahre 1735 wiedergefunden worden sei.
Aufgrund ihrer besonderen Bedeutung entschloss sich der Mühlenverein,
das Original zu fotografieren und zusammen mit dem Buch als Druck
herauszugeben. „Alle Details sind gut lesbar“, berichtet Lammersma,
Grenzsteine, Straßen, Flächen und gar Höfe beziehungsweise Familien,
die es heute noch gibt, könne man wiederfinden und einordnen.
Bürgermeisterin Henni Nyhuis nahm das erste Exemplar der Chronik in
Empfang und dankte allen Beteiligten. „Darüber freut sich ganz
Lage“, meinte sie. Und: „Diese Mordsarbeit hat sich gelohnt.“
Manche der Mitarbeiter seien fast wie wandelnde Lexika gewesen,
berichtete sie, „und Wissen wäre verloren gegangen, wenn es jetzt
nicht aufgeschrieben worden wäre“.
Samtgemeindebürgermeister Johann Arends wies daraufhin, wie wichtig es
sei, sich mit seiner Vergangenheit auseinander zu setzten. „Unsere
Identität ist von der Geschichte geprägt, denn unsere Vergangenheit
ist ein Teil von uns.“ Und die Geschichte habe uns immer noch etwas zu
sagen, meinte er, „denn wir können unsere Zukunft darauf aufbauen“.
Die stellvertretende Landrätin Helena Horn würdigte die Chronik als
„Schatzkästlein“. Hier werde Wissenswertes und Unterhaltsames aus
der Heimat im Spiegel der Geschichte beschrieben. Mit den Geschichten
aus dem Alltag werde die Statistik mit Leben gefüllt. „Wir können
stolz auf die Herrlichkeit Lage sein. Sie wird ein touristischer Magnet
sein, und die Chronik trägt dazu bei“, so Hoon.
Mitautor Alois Brei dankte noch einmal allen Beteiligten und betonte,
wie wichtig für ihn die Mitarbeit an diesem Buch gewesen sei: „Man möchte
wissen, was Geschichte ausmacht, auch was die dunkelste Vergangenheit
betrifft.“ Auseinandersetzung, Aufarbeitung und die Orientierung an
der Wahrheit seien von großer Bedeutung, so Brei, aber „wir wollten
nicht nur Fakten aneinander reihen, sondern auch Geschichten erzählen“.
Kinder der Grundschule Lage hatten nicht nur bei der Erstellung des
neuen digitalen Archivs der Gemeinde mitgeholfen, sie waren auch mit
einem Gedichtvortrag und musikalischen Beiträgen an der Gestaltung des
Abends und der Buchpräsentation aktiv beteiligt.
Die Chronik kann für 15 Euro, die Karte für drei Euro, in vielen
Buchhandlungen in der Grafschaft und in zahlreichen Geschäften in Lage
käuflich erworben werden.
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