Kleine Führung durch die Herrlichkeit Lage

         

Mühle und Teestube

Schon seit mindestens 1279 hat es in Lage eine Mühle gegeben. Damals wurde Herimannus von Lage zum Kastellan (Verwalter) der Burg von Lage ernannt. Gleichzeitig wurde ihm und seinen Erben die Mühle als Burglehen übergeben.1494 werden Ausgaben für die Ausbesserung des Daches der Burgkapelle und der Mühle erwähnt. 1576 erhielt Dietrich von Ketteler, dem die Burg Lage mit ihren Gütern und vielen Rechten vom spanischen König Philipp II. verpfändet wurde, das Recht, eine Wassermühle zu betreiben. Das heutige Mühlenhaus wurde 1677 errichtet und in den vergangenen Jahren mehrfach renoviert.

Der Fluss Dinkel führte früher sehr viel mehr Wasser. Oft wurde der Ort vom Hochwasser überschwemmt. 1932 schließlich wurde eine Dinkelumflut angelegt, die östlich um das Dorf herum führt. Heute werden die beiden Wasserräder der Mühle vom Wasser der so genannten „Dorfdinkel“ angetrieben. Zum Schutz vor Eisgang wurden zwei Balken als  „Eisbrecher“ installiert, die rechts der Brücke noch zu sehen sind.

Die Mühlenanlage verfügte auch über einen Aalfang, der ebenfalls erneuert wurde. Die Wasserräder trieben eine Kornmühle (bis 1957, dem Todesjahr des letzten Müllers Jan Hoedt) und eine Ölpresse (bis ca. 1920) an. Von 1920 an hat die Mühle für einige Jahre sogar elektrischen Strom produziert, bevor Lage an das öffentliche Stromnetz angeschlossen wurde (1926). Die heutige Teestube war das Wohnhaus der Müllerfamilie.